Die Faszination für Frank Zappas ironische Zungenbrecher-Frickel-Rock-Fusion überkam den Bassisten Pascal
Grünenfelder anno 1987, als er in seiner jugendlichen Unschuld zum ersten Mal mit der kompositorischen Genialität
und dem absurden Humor von Stücken wie Zomby Woof, Dont Eat the Yellow Snow oder Dinah-Moe-Hum konfrontiert wurde.
Überwältigt vom musikalisch brillanten, respektlos antiautoritären und humorvoll ironischen Ausdruck des Meisters
aller Fusionen, begann der Bassist Zappas Universum mit staunenden Ohren zu erforschen. Inspiriert von den experimentellen
Soundcollagen der frühen Mothers of Invention, den ausladenden 70er Jahre Jazzrock-Helgen, den bombastischen 80er
BigBand-Rockformationen um Wackermann, Bozzio und Colaiuta und den modernen Orchester-Werken des Varese-Verehrers Zappa,
reifte der Entschluss, mit einem Haufen Gleichgesinnter ausgesuchte Perlen aus dem schier unendlichen Repertoire des Meisters
selbst zu interpretieren.
In vertrackten Rocktunes wie Inca Roads oder Zomby Woof lädt FiDO zur Achterbahnfahrt durch Zappas irrwitzigen Kosmos,
neben wehmütigen 60er-Jahre Heulern wie Let's Make The Water Turn Black oder Take Your Clothes Off When You Dance
schwelgt Grünenfelders Truppe hemmungslos im Pathos eines Sofa und zelebriert vielstimmig obskure Geschichten von
sprechenden Hunden, stinkenden Füssen, traurigen Eskimos und allerlei andern Kuriositäten des Lebens.
Die zehn bühnenerfahrenen Musiker interpretieren Zappas Klassiker virtuos für die Jetztzeit, scheuen sich nicht
vor dem unkonventionellen Umgang mit dem Material des Komponisten und beantworten Zappas Frage Does Humor Belong in Music?
mit einem begeisterten Ja. Improvisatorische Freiräume werden schamlos ausgenutzt, stilistische Grenzen aufgebrochen,
die musikalische Vielfalt und der kompositorische Humor von Zappas Werk voll ausgeschöpft.
LineUp:
Dave Muscheid - Lead Vocals, Stupid Sunglasses
Stef Strittmatter - Guitar, Vocals
Oli Friedli - Keys & Smoking
Martin Medimorec - Vibrafon, Marimba, Percussion
Pascal Grünenfelder - Bass, Vocals, Arrangements & Babysitting
Remy Sträuli - Drums, Vocals
And the Horns:
Dave Blaser - Trumpet
Alex Hilbe - Alto-/Baritonesax
Ueli Pletscher - Tenorsax
Christof Huber - Trombone
FiDO 'PLAYS ZAPPA' 2006 aus www.ragazzi-music.de
Das ist mal 'ne schöne Alternative! Warum haben die Jungs sich nicht, gleich mein erster Gedanke, bei der Zappanale angemeldet, um dort das Volk nach Lust und Laune vorzüglich zu unterhalten? Oder bin ich mal wieder ganz von gestern und habe keine Ahnung, dass der Schweizer Sechser plus Bläser-Vierer die Bad Doberaner Stage anno 2007 für ihre grandiosen und flutschig-flüssigen Musikhumorattacken bereits gebucht hat?
Dave Muscheid (lead-voc), Stef Strittmatter (g, voc), Oli Friedli (key), Martin Medimorec (mar, vib, perc), Pascal Grünenfelder (b, voc) und Remy Sträuli (dr, voc) haben Fido als lustvollen Pausenakt gegründet, ansonsten treiben sich die 6 Jungs in ihren eigenen Bands Fucking Beautiful, Jungleboy, The Strummers, dr Schmiir, Arf (die waren schon auf der Zappanale - mit eigenem Nicht-Zappa-Programm), Yolk usw. herum.
Allen gemein ist die Faszination für Zappas "Zungenbrecher-Frickel-Rock-Fusion", was sie instrumental und vokal sehr dynamisch und virtuos herzallerliebst auszudrücken wissen.
Auf der CD, deren Cover mit, genau, Sofastoff (in Handarbeit, man gönnt sich ja sonst nix) überzogen ist, sind 19 Stücke zu hören, die am 16.09.2006 im Sudhaus Warteck in Basel aufgezeichnet wurden. Wie bereits auf der ersten Fido-CD, die 2005 mit Hundecover veröffentlicht wurde, sind rundweg nur Zappa-Kompositionen enthalten, die durch den Fidorator derangiert wurden und somit ein vorzüglich neues Eigenleben erhalten haben, das immer noch den ganzen Zappa und dazu die ganze Truppe als illustre Musiküsse verrät. Aber: das Dingens von CD ist auf 100 Stück limitiert, wohl weil keiner in der Band weiterhin Lust hatte, seiner Gro§mutter mit lieben Worten und verlockenden Pralinenschachteln die Aufgabe unterzuschmeicheln, weiterhin den guten Sofastoff um die Plastikhülle zu nähenÉ
Wer kein Exemplar abbekommen sollte, muss halt um ein nacktes Exemplar bitten (so die Band solche anbietet), und seinem alten Gro§mütterchen bei Tee und Kuchen, was wir alle so gern mögen, um den Damenbart schmeicheln, das alte Sofa um die CD zu wickeln.
Wie dem auch sei, eines steht wohl fest, spätestens 2008 (noch einmal, vielleicht bereits 2007), He, ist gerade Urlaub!, stehen die Jungs gewiss auf der Zappanale-Bühne. Solange kann ich nur empfehlen, sich dem ersten der beiden hier angefügten Links wie dem zweiten zu widmen. Und Yolk zu hören.
Marimba! Ole!!